Nandumonitoring


Informationsseite der Arbeitsgruppe Nandumonitoring.

Seit ca. 22 Jahren existiert im Landkreis Nordwestmecklenburg eine frei lebende Population von Nandus (Rhea americana, Linnaeus 1758). Der Ursprung dieser Neopopulation ist im schleswig-holsteinischen Groß Grönau zu finden. In einem Gehege wurden seit den 1990ern bis 2009 Nandus gehalten. Durch mangelhafte und teilweise fehlende Einzäunung konnten mehrfach Nandus aus dem Gehege ausbrechen. Auch über den angrenzenden Fluss Wakenitz konnten die Tiere nach Mecklenburg-Vorpommern gelangen. Es wird von mehreren Ausbrüchen beginnend Ende der 1990er bis 2009 ausgegangen. Die offizielle Erstmeldung aus dem Jahr 2000 betrug sieben Tiere. Wieviele Tiere jedoch vorab sowie nach diesem Zeitpunkt entflohen sind ist nicht genau bekannt. Durch das unterlassene Einfangen seitens des Halters verblieben die Nandus frei in der Landschaft und vermehrten sich. In Europa ist dies der erste bekannte Fall einer solchen wildlebenden Population von Nandus.

Die Arbeitsgruppe Nandumonitoring besteht aus Wissenschaftlern und Naturschützern unterschiedlicher Fachgebiete, die gemeinsam die Nandupopulation und deren Entwicklung studieren und die Ergebnisse dokumentieren (Monitoring). Zudem führen wir Studien und Untersuchungen durch, um Auswirkungen dieser Tierart frühzeitig prognostizieren zu können. Das Populations- und Dispersionsmonitoring führen wir im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG M-V) seit 2008 durch. Zudem sind
wir Informationspartner für Behörden, Bürger, sowie Naturschutzverbände.

Unsere Tätigkeit beruht dabei auf § 40 Abs. 2 BNatSchG, das eine Überwachung und Kontrolle potenziell invasiver Arten fordert.

Haben Sie Fragen, Hinweise oder Anmerkungen, dann nutzen Sie die Kontaktmöglichkeiten zur Arbeitsgruppe.
 



Kartieranleitung NanduDiese Kartieranleitung für das Monitoring des Großen Nandus (Rhea americana) in Deutschland enthält Standards für die Erfassung von Individuen, Nestern und Totfunden. Zur sicheren Identifikation der Art, Altersklasse und Geschlecht sowie Trittsiegeln und Kot befinden sich zahlreiche Fotos in der Anleitung. zum Download

Aktuelles

11/2022:
Im kommenden Band 60 der Vogelwarte werden die Ergebnisse der GPS Studie zu Lesen sein. Die Erkenntnisse helfen maßgeblich weiter, die Art sowie deren Interaktionen bewerten zu können. Weitere Informationen und Links zum Projektbericht erscheinen hier nach Veröffentlichung. 
Die Positionen der einzelnen Tiere können aber bereits jetzt als Zeitrafferfilm betrachtet werden.  

11/2016: In einem von der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) gefördertem Pilotvorhaben wurden Anfang November 2016 drei Nandus sowie im März 2017 ein Nandu mit farbigen Halsringen markiert. Diese enthalten einen GPS/GSM Sender, um Daten zur Raumnutzung der Tiere zu gewinnen.



Förderer und Unterstützer


       


https://www.researchgate.net/project/Populations-und-Dispersionsmonitoring-des-Nandus-Rhea-americana-in-Mecklenburg-Vorpommern-und-Schleswig-Holstein
 


Weiterführende Informationen beim Biosphärenreservat Schaalsee